Diakonie Leipzig
Vielfalt für das Leben

22.12.2010 – Notübernachtung in „Leipziger Oase” muss vorerst schließen

Arge kann nicht genügend geförderte Arbeitsplätze zur Verfügung stellen


Ab dem 1. Januar 2011 kann die „Leipziger Oase“ das zusätzliche Angebot von Notübernachtungen nicht mehr aufrecht erhalten. Der Grund: Ab dem 1. Januar 2011 stehen nicht genügend hauptamtliche Mitarbeiter zur Verfügung, weil an Stelle der 5 notwendigen und bei der Arge Leipzig beantragten Arbeitsgelegenheiten mit Entgeltvariante (AGH) im Jahr 2011 nur drei genehmigt werden können.


In der kalten Jahreszeit öffnet die Einrichtung auch nachts ihre Türen und stellt insgesamt zehn Notquartiere bereit für Menschen, die sonst keinen Platz zum Schlafen haben. Damit ergänzt die „Leipziger Oase“ die entsprechenden Angebote der Stadt Leipzig. Der Bedarf an diesen Schlafmöglichkeiten ist groß – die Notbetten sind fast jede Nacht komplett belegt.


Unterstützt wird die „Leipziger Oase“ bei diesem Extra-Angebot von den evangelischen und katholischen Kirchgemeinden der Stadt Leipzig. Diese stellen für jede Nacht einen ehrenamtlichen Helfer zur Verfügung. Dabei ist pro Woche eine andere Kirchgemeinde für die Bereitstellung eines Ehrenamtlichen verantwortlich. Hauptverantwortlich ist jedoch immer ein Mitarbeiter aus der „Oase“, Leiter Christoph Köst: „Die Mitarbeiter in AGH, die in der Regel 6-9 Monate bei uns sind, werden werden von uns vorbereitet und ausgebildet. Sie übernehmen dann häufig diese Aufgabe. Die wenigen Festangestellten, die wir hier haben, müssen ja schon den täglichen Betrieb mit Mittagessen, Kleiderkammer, Lager und sozialer Beratung abdecken. Und nur mit Ehrenamtlichen kann ich das Nachtcafé nicht verantworten. Es muss jemand da sein, der sich hier auskennt, der weiß, wo die Betten stehen, der die Schlafgäste kennt und den unsere Gäste schon einmal gesehen haben. Vor allem muss eine solche Person auch wissen, wie man in Notsituationen reagiert.“


Mit dem Wegfall zweier Arbeitskräfte in diesem Bereich sieht sich die Leipziger Oase außerstande, das Nachtcafé weiterzuführen und ist gezwungen, die Notübernachtung ab dem 1. Januar 2011 auf unbestimmte Zeit auszusetzen. „Dies fällt uns nicht leicht und wir bedauern das sehr“ so Köst. „Wir hatten gehofft, eine solche Entscheidung nie treffen zu müssen. Die Leidtragenden sind unsere wohnungslosen Gäste. – Wir hoffen aber immer noch, doch noch die notwendige Förderung der fehlenden Stellen zu erhalten, um die Notübernachtung weiterführen zu können.“


Susanne Straßberger

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